Der derzeitige Leiter des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann, wird zur Jahresmitte aller Wahrscheinlichkeit von seinem Amt zurück treten. Somit wird das renommierte Wirtschaftsforschungsinstitut einen neuen Leiter bekommen. Ausschlaggebend für die Entscheidung Zimmermanns ist die öffentliche Kritik am Institut bezüglich der Verschwendung von Steuergeld gewesen.
Zur Mitte diesen Jahres wird Zimmermann seinen Posten als Institutsleiter beim DIW zur Verfügung stellen. Seit dem Jahr 2000 führt er nun schon das DIW als Präsident. Der Vorsitzende des Instituts-Kuratioriums, Bert Rürup, teilte in Berlin mit, dass Zimmermann sein Amt aufgeben werde und das Kuratorium in Ruhe darüber entscheiden werde, wer die Nachfolge antreten werde.
Rürup äußerte sich in seiner Begründung zum Ausstieg Zimmermanns und verwies darauf, dass man sich nun wieder stärker der eigentlichen Aufgabe des DIW, der wissenschaftlichen Forschung sowie der erfolgreichen Beratertätigkeit widmen müsse, da das Institut in den vergangenen Monaten vornehmlich durch negative Darstellungen in der Öffentlichkeit auf sich aufmerksam gemacht hatte, anstatt durch Erfolge als eines der führenden Institute im Bereich Wirtschaftsforschung aufzufallen.
Vor einem Jahr erhob der Bundesrechnungshof seine Vorwürfe gegen den Präsidenten des DIW. Dieser solle während seiner Amtszeit Steuergeld in Millionenhöhe unsachgemäß eingesetzt und diese somit verschwendet haben. Die öffentlichen Mittel seien nicht ordnungsgemäß verwendet worden. So sind beispielsweise Aufträge ohne eine ordentliche Ausschreibung verteilt und finanziert worden und auch Tochtergesellschaften gegründet worden, die auf sehr fragwürdige Weise vom DIW finanziert worden sind.
Zwar wurde der Präsident im März vergangenen Jahres vom Kuratorium weitestgehend freigesprochen, doch schloss sich dieses der Entscheidung des Berliner Senates an, dass 150.000 Euro an falsch verwendeten Zuwendungen erstattet werden müssen. Der Schatten, den die Vorwürfe auf den Institutsleiter geworfen hatten, sind allerdings nie verschwunden, so dass in der Konsequenz nun der Rücktritt bevorstehe.
Veröffentlicht in Wirtschaft-News am 06.02.2011