Amazon weiter auf Wachstumskurs

Amazon wächst rasant. Das Unternehmen wurde 1994 von Jeff Bezos mit Sitz in Seattle gegründet, ging im Juli 1995 online und entwickelte sich seither zum weltgrößten Onlinehändler mit etwa 25.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 24,5 Milliarden Dollar (2009).

Der ungebrochene Wachstumskurs des Firmengründers Bezos, der nach wie vor die Geschicke des Unternehmens leitet, wird jedoch von den Aktionären mit zwiespältigen Gefühlen betrachtet. Die expansive Geschäftspolitik führt zu einer nicht unerheblichen Diversifizierung der Geschäftsfelder. Der Aufbau der neuen Geschäftsbereiche und der stetige Ausbau und die Verbesserung der bestehenden Strukturen gehen jeweils mit erheblichen Investitionen einher.

Außerdem setzt Amazon auf eine aggressive Preispolitik, um Kunden zu halten und neue Kunden zu gewinnen. Jeff Bezos treibt diesen Kurs voran, um die Marktanteile des Unternehmens auch für die Zukunft zu sichern. Insbesondere der Hauptkonkurrent Ebay könnte Amazon gefährlich werden. Ebay erzielt zwar niedrigere Umsätze, ist dafür aber weitaus profitabler. Daran wird sich auch in naher Zukunft wohl nichts ändern. Denn der Expansionskurs von Bezos geht zu Lasten des Gewinns. So wurde im ersten Quartal 2011 zwar der Umsatz um 38 Prozent auf 9,9 Milliarden Dollar gesteigert, dafür sank aber der Gewinn auf nur noch 201 Millionen Dollar. Das ist etwa ein Drittel weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Auch im kommenden Quartal rechnet Amazon nur mit einem Gewinn zwischen 95 und 245 Millionen Dollar bei einem erwarteten Umsatz zwischen 8,85 und 9,65 Milliarden Dollar. Das sind Zahlen, die die Aktionäre nicht gerade begeistern und sie um ihre Dividende bangen lassen. Jeff Bezos ficht das nicht an. Er sieht seine Strategie als Investition in die Zukunft des Unternehmens und sagt, er sei nie optimistischer gewesen, was die langfristigen Aussichten von Amazon angehe. Es wird sich zeigen, ob Jeff Bezos mit diesem Umsatzdrang Erfolg haben wird oder nicht. Seine Aktionäre wünschen es ihm sicherlich, die Konkurrenz wird es (be)fürchten.

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Veröffentlicht in Wirtschaft-News am 28.04.2011