Arbeitnehmer können aufatmen: Kein Karstadt-Haus wird geschlossen

Für die Arbeitnehmer des angeschlagenen Kaufhauskonzerns #id=13125;name=Karstadt;# dürfte sie eine gute Nachricht gewesen sein –  die mit Spannung erwartete Video-Botschaft, die die Belegschaften aller Filialen auf ihren Versammlungen zu sehen bekamen. Karstadt-Chef Andrew Jennings, seit Anfang des Jahres Boss über 86 Warenhäuser, 22 Sporthäuser und dem Online-Portal der Kette, verspricht darin, dass keines der Häuser geschlossen werden soll. Vielmehr werde ein großer Teil der Filialen umgebaut und um 20 neue Marken erweitert, die innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre exklusiv eingeführt werden sollen.

Wie genau das Warenhaus der Zukunft aussehen soll, ist dabei nicht so ganz klar. Genaue Vorstellungen, wie er Karstadt wieder zu einem Publikumsmagneten machen möchte, lässt der einstige Sanierer der Woolworth-Kette offen. Die “Stellschrauben des Unternehmens sollen neu justiert” werden, diese etwas nebulöse Umschreibung steht für das Konzept, das unter dem Namen Karstadt 2015 die Warenhauskette wieder auf Kurs bringen soll. Die Schlagworte lauten: Modernisieren, Geschäftsmodell vereinfachen, Profil schärfen. Dabei setzt die Unternehmensspitze auf eine höhere Flexibilität beim Einsatz der Arbeitnehmer, der besser auf das Kundenaufkommen abgestimmt werden soll. Leistungsanreize sollen die Mitarbeiter motivieren und dabei helfen den Kunden wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Das Online-Portal soll weiter ausgebaut werden.

Ob diese Pläne greifen werden, bleibt abzuwarten. Mit Spannung wird erwartet, was im nächsten Jahr passieren wird. Dann nämlich endet die Verpflichtung des Eigentümers Nicolas Berggruen, alle Häuser weiter zubetreiben. Der Sanierungstarifvertrag läuft dann ebenfalls aus, sodass den Beschäftigten der normale Tariflohn bezahlt werden muss. Bisher allerdings bestreitet Berggruen jegliche Verkaufsabsichten. Es bleibt den Arbeitnehmern des Konzerns zu wünschen, dass die Konzepte der Zukunft aufgehen und die ständige Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes der Vergangenheit angehört.

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Veröffentlicht in Wirtschaft-News am 08.07.2011