US-Banken müssen mit harten Sanktionen rechnen. Der Grund dafür sind Zwangsvollstreckungen, die sinnbildlich im Minutentakt durchgeführt werden. In der Bevölkerung wächst der Unmut, besonders hinsichtlich illegaler Hauspfändungen bei gedienten Soldaten. Nun steht ein Pool aus Kreditinstituten unter Druck, Regulierer und die Generalstaatsanwaltschaft sind in Alarmbereitschaft.
In der Vergangenheit kam es zu einer Vielzahl von fehlerhaften Zwangsvollstreckungen durch Kreditinstitute in den USA. Momentan werden Vollstreckungen von 16 US-Banken von der US-Bankenregulierung untersucht. Dabei handelt es sich unter anderem um den Wall-Street-Giganten JP Morgan Chase, die Citigroup, Wells Fargo und die Bank of America. Sie sollen nun Entschädigungen an enteignete Hausbesitzer zahlen und außerdem Sorge dafür tragen, dass künftige Pfändungen ordnungsgemäß verlaufen.
Zwar wurden von den Regulierern zunächst keine Strafen verhängt, allerdings hat man diverse Auflagen erteilt. Für die betroffenen Banken ist damit auch klar, dass es weitere Konsequenzen geben wird. Die Notenbank Fed, einer der Regulierer, ließ dazu verlauten, dass man Geldstrafen bezüglich der illegalen Zwangsvollstreckung mit Sicherheit verhängen werde. Mit den Maßnahmen der Regulierer ist auch der Boden für weitere Sanktionen durch die zuständigen Justizbehörden bereitet. Derzeit sind die Generalstaatsanwälte aller 50 US-Bundesstaaten damit beschäftigt, die zwielichtigen Praktiken der Banken zu durchleuchten. So sollen die Banken gemeinsam mit ihren Handlangern Pfändungen ohne umfassende Prüfung und auch unter Verwendung falscher Dokumente durchgeführt haben. Einer der Hauptvorwürfe ist, dass die vollkommen überlasteten Mitarbeiter bei den Zwangsvollstreckungen unsorgsam gearbeitet und auch Dokumente unzureichend geprüft haben. Dies wurde von den Staatsanwälten im Rahmen einer Erklärung im vergangenen Oktober als so genanntes Robo-Signing, roboterhafes Unterschreiben, tituliert.
Hauptziel der Regulierer ist es jetzt, dass die geschädigten Personen ausreichend entschädigt werden und dass sich die Vorstände von Kreditinstituten verpflichten, zukünftig bei Vollstreckungen mit absoluter Sorgfalt zu arbeiten, auch wenn dies bedeuten werde, dass die Finanzfirmen mehr Personal einstellen müssen. Damit soll verhindert werden, dass die dubiose Praxis der Zwangsvollstreckung der Vergangenheit angehören wird. Besonders die illegalen Pfändungen bei Soldaten sorgten unter der amerikanischen Bevölkerung für große Empörung. Auch die Deutsche Bank geriet in diesem Zusammenhang in die Kritik, da sie als Trustee die Interessen von Kreditpaketkäufern vertrat, zum Teil Gelder weiterleitete und Dokumente verwaltete. Allerdings hatte sie mit den eigentlichen Zwangsvollstreckungen nichts zu tun, da dies von so genannten Servicers erledigt wird.
Veröffentlicht in Wirtschaft-News am 16.04.2011