City BKK: Krankenkasse muss schließen

Trotz umfangreichem Sanierungskonzept, Sparmaßnahmen und des hohen Zusatzbeitrages der Versicherten, muss die City BKK nach eingehender Prüfung durch das Bundesversicherungsamt (BVA) schließen. Die finanziellen Lücken sind zu groß, der wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sei zu gering. Die Schließung der BKK wird zum 1. Juli 2011 erfolgen. Alle Mitglieder erhalten jedoch weiter Versicherungsschutz, bis sie eine neue Kasse gefunden haben. Dies muss innerhalb von zwei Wochen nach Schließung der City BKK erfolgen. Die erste große gesetzliche Kasse, die geschlossen wird, war bereits im vergangenen Jahr wegen wirtschaftlicher Schieflage in der Presse. Zu viele Mitglieder erhielten überdurchschnittlich hohe Leistungen, was die Einnahme / Ausgaben – Bilanz zu Ungunsten der Krankenkasse verschob. Selbst der Versuch einer Entschuldung der Kasse konnte nicht den erhofften Erhalt sichern. Zu viele Versicherte verließen die Krankenkasse.

Mit den verbliebenen 168 000 Mitgliedern sei die langfristige Leistungserbringung auf dem aktuellen Level nicht möglich. So entschied am 04.05.2011 das Bundesversicherungsamt, die City BKK zum 01.07.2011 zu schließen.

Mit Einführung des Zusatzbeitrages von 15 Euro monatlich verließen vor allem die jungen Versicherungsnehmer die Krankenkasse, die das System bislang getragen hatten. Der zunehmende Mitgliederschwund im ersten Quartal 2011 und die bis dahin deutlicher werdenden Finanzprobleme führten schließlich zu dem Entschluss des BVA. Selbst das umfangreiche Sanierungskonzept mit Sparplan und gezieltem Mitgliedererwerb konnte die Prüfer nicht von der zukünftigen Leistungsfähigkeit überzeugen.

Die noch verbliebenen Mitglieder hätten bis zwei Wochen nach der Schließung Zeit, sich eine neue Kasse zu suchen. Ansonsten wird der Arbeitgeber ein neues Versicherungsverhältnis mit einer Kasse seiner Wahl abschließen. In der Übergangszeit erhalten die Mitglieder vollen Versicherungsschutz, so BVA – Präsident Maximilian Gaßner. Die neue gesetzliche Kasse müsse die Mitglieder unabhängig von Alter und vorliegenden Erkrankungen aufnehmen.

Gaßner betont außerdem, dass die wirtschaftliche Schieflage der betroffenen Kasse, nicht auf den neu eingeführten Gesundheitsfond beruhe. Die wirtschaftlichen Probleme hätten bereits früher bestanden, wegen der überdurchschnittlichen Zahl von leistungs- und kostenintensiven Mitgliedern. Die City BKK wird allerdings nicht die letzte der großen gesetzlichen Kassen sein, die schließt. Bei der Vereinigte IKK deuten sich ähnliche Probleme an. Hier erfolgt durch andere Innungskassen bereits Strukturhilfe.

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Veröffentlicht in Wirtschaft-News am 04.05.2011