Der nächste bitte – Neckermann stellt Insolvenzantrag

Die Pleite von Schlecker und damit auch der Ihr Platz Filialen ist noch nicht vollständig abgewickelt, da meldet das nächste große Unternehmen in Deutschland Insolvenz an. Nachdem die Verhandlungen mit den Vertretern der Mitarbeiter und den Gewerkschaften über einen rigiden Sanierungsplan gescheitert waren, wollte der Großinvestor Sun Capital, dem #id=12155;name=Neckermann;# gehört, keine Finanzspritzen für das Verlustunternehmen mehr gewähren.

Zentrallager und Textilienhandel aufgeben

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gab an, die Verhandlungen über die Auflösung des Zentrallagers in Frankfurt und den Eigenhandel mit Textilien seien kurz vor der Zielgeraden gescheitert. Sun hatte versprochen, nach einem Stellenabbau von 1380 Mitarbeitern noch einmal 25 Millionen Euro in das bekannte deutsche Unternehmen zu investieren. Jedoch nur, wenn allen Maßnahmen zur Sanierung, die von Sun Capital vorgelegt wurden, durch die Vertretung der Mitarbeiter zugestimmt würde. Doch kurz vor der Unterzeichnung der Übereinkünfte erklärte Sun Capital keine Mittel mehr für Neckermann zur Verfügung stellen zu wollen. Damit war die Zahlungsfähigkeit des großen Versandhändlers nicht mehr gewährleistet und die Insolvenz unvermeidlich.

Alteingesessenes Unternehmen im Versandhandel

Die Neckermann Versand KG wurde im Jahre 1950 in Frankfurt gegründet und machte inzwischen mit einem Mitarbeiterstamm von 2400 Beschäftigten mindestens achtzig Prozent seines Umsatzes über das Internet. Der Gewinn, den das Unternehmen im Internet erzielte wurde allerdings durch den Kataloghandel wieder vollkommen aufgefressen und Neckermann fuhr Verluste ein. Nun sind die rund 2400 Mitarbeiter von Arbeitslosigkeit bedroht. Neckermann war bereits 2007 zu einem großen Teil an Sun Capital verkauft worden. Die restlichen Anteile, die noch im Besitz der Arcandor Muttergesellschaft waren, wurden zuletzt 2010 auch von Sun Capital übernommen. Im Mai lehnte der Aufsichtsrat bereits ein Konzept zur Sanierung ab, welches von den Arbeitnehmervertretern angeregt wurde.

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Veröffentlicht in Wirtschaft-News am 18.07.2012