Der schwedische Autohersteller Saab hat für Löhne und Gehälter kein Geld mehr. Der Überlebenskampf spitzt sich auf dramatische Weise zu. Das Unternehmen will nun möglicherweise einen Insolvenzantrag stellen, jedoch kämpfe das Unternehmen weiterhin um eine kurzfristige Lösung. Verhandlungen mit Zulieferern, die zu einer Stundung der Schulden des Autobauers führen sollten, sind gescheitert.
Auf die schnelle Hilfe der Regierung Schwedens zur Behebung der akuten Krise kann das schwedische Unternehmen nicht hoffen. Die Wirtschaftsministerin erklärte dazu, dass Saab hier die volle Verantwortung trage und selbst finanzielle Lösungen finden müsse. Den Mitarbeitern teilte der Konzern mit, dass die fälligen Entgelte nicht gezahlt werden können. Die Unternehmenssprecherin bezeichnete die Lage als bedauerlich und traurig. Die Produktion im schwedischen Trollhättan mit den insgesamt 3700 Mitarbeitern steht mit kurzen Ausnahmen seit einigen Wochen still.
Der Saab-Eigner Swedish Automobile der Niederlande (früher Spyker Cars) möchte das langfristige Überleben des Autoherstellers mittels Kapital des chinesischen Fahrzeugherstellers Zheijang Youngman Lotus sowie des Autogroßhändlers Pang Da sichern. Zusammen haben beide als neue Teileigner 245 Millionen Euro zugesagt, wozu jedoch bisher lediglich eine Absichtserklärung unterzeichnet wurde. Bemühungen um eher kurzfristige Gelder durch den Verkauf der Saab-Anlage sind hingegen bisher erfolglos geblieben. Der Chef von Saab Victor Muller hatte sich zum Ziel gesetzt, mittels eingenommenen Geldes die Produktion des Unternehmens wieder in Gang zu bringen und die Anlage zu leasen.
Im ersten Quartal 2011 sind bei Saab, dem Hersteller von Autos für gehobene Ansprüche, lediglich 10 000 Fahrzeuge und im zweiten Quartal nahezu keine Autos mehr vom Band gerollt. Bereits vor dem Verkauf von General Motors an den jetzigen Eigner im Jahr 2010 gehörte Saab mit seinen jährlichen Produktionszahlen in der Serienproduktion von etwa 100 000 Fahrzeugen zu den Kleinsten in Europa und hatte fast jedes Jahr Verluste eingefahren.