Gewerbestrom – für immer mehr Unternehmen lohnt sich der Umstieg

Bildquelle: © leowolfert / Fotolia.com

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Selbst für kleine und mittlere Unternehmen kann Gewerbestrom deutliche Vorteile gegenüber einem privaten Vertrag aufweisen. Voraussetzung ist, dass die Tarife genau verglichen werden und der Vertrag dem Stromverbrauch entspricht.

Gewerbestrom – von der Steckdose bis zur Höchstspannung

Wenn Sie denken, dass Strom dasselbe wie Strom ist, dann haben Sie leider nur teilweise recht. In der Realität unterscheidet er sich nämlich – neben seiner Produktion aus fossilen Rohstoffen oder regenerativen Energien – in weiteren Punkten. Darunter zählen unter anderem die Spannung bei der Übertragung und vor allem der Preis. Denn Gewerbestrom ist deutlich günstiger als derjenige für private Haushalte. Wie im Großhandel sinkt auch hier in der Regel der Preis, je höher der Verbrauch und damit der Absatz ansteigt. Darüber hinaus entscheidet die benötigte Leistung auch über die Spannung. Diese beträgt im Niederstromnetz 230 oder 400 Volt, bei Mittelspannung 3 bis 30 kV, in der Hochspannung 60 bis 100 kV und darüber hinaus sogar 220 bis 380 kV in der Höchstspannung, s. dazu auch Struktur des Stromnetzes – Verteilernetz.

Ab welcher Menge lohnt sich Gewerbestrom?

Lange Zeit galt die Regel, dass sich Gewerbestrom erst ab einem monatlichen Verbrauch von etwa 10.000 kWh rentiert. Allerdings hat die Flexibilisierung des Strommarktes dafür gesorgt, dass auch in diesem Bereich die Konkurrenz die Preise unter Druck setzt. Deshalb kann sich der Umstieg mittlerweile bereits ab der Hälfte der Strommenge für Sie lohnen. Voraussetzung ist dabei natürlich wie bei privaten Haushalten, das Sie mögliche Tarife und Angebote gründlich miteinander vergleichen. Auch dafür haben sich Portale wie etwa Verivox etabliert, bei denen die Konditionen zahlreiche Anbieter unabhängig gegenübergestellt werden. Diese schließen auch Ökotarife für Grünen Strom mit ein – ein wichtiges Kriterium für zahlreiche Betriebe mit biologischem und nachhaltigem Anspruch.

Gewerbestrom bleibt Unternehmen vorbehalten

Fakt ist: Gewerbestrom ist ausschließlich für die kommerzielle Nutzung verfügbar und kann deshalb auch nur von Unternehmen – ganz unabhängig von der Branche, in der ein Betrieb tätig ist – bezogen werden. Die Konditionen sind besonders bei einem hohen Verbrauch sehr viel günstiger als auf dem privaten Markt. Dabei sollten Sie jedoch ebenfalls wie in einem privaten Haushalt die Vertragsbedingungen genau überprüfen, die mitunter längere Laufzeiten und feste Preise innerhalb eines Zeitraumes vorsehen. Darüber hinaus werden unterschiedliche Pakete angeboten, die innerhalb ihres Rahmens niedrige Kosten vorsehen. Bedenken Sie dabei jedoch, dass diese sich in erster Linie für Betriebe mit einem exakt kalkulierbaren Energieverbrauch eignen. Unterschreitungen wie Überschreitungen relativieren den Kostenvorteil durch ihre enorme Schwankung hingegen schnell. In allen Fragen rund um Energie­ können sich Gewerbestrom-Kunden zudem auf der Internetseite von VEA (Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V.) informieren.

Die Umstellung erfolgt schnell und unterbrechungsfrei

Auch bei Gewerbestrom müssen Sie nicht fürchten, dass Ihnen bei einem Wechsel des Betreibers überraschend der Strom ausbleibt. Falls Sie nicht eine neue und stärkere Stromversorgung mit Starkstrom benötigen, ändert sich lediglich die Bankverbindung und die Rechnung. Kurze Laufzeiten sind dabei natürlich immer wünschenswert, lassen den Preis aber mitunter deutlich steigen. Gerade für Großverbraucher können hingegen auch langfristige Verträge interessant sein – etwa wenn in mittelfristiger Zukunft mit einer Erhöhung gerechnet werden muss. Ab einer gewissen Strommenge lohnen sich zudem individuelle Absprachen und Bedingungen, auf die sich immer mehr Stromlieferanten angesichts des großen Wettbewerbs einlassen.

 

 

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Veröffentlicht in Allgemein, Wirtschaft-News am 09.05.2017