Die Preise der Lebensmittel werden in nächster Zeit noch weiter ansteigen. Die deutschen Verbraucher haben insbesondere im letzten Jahr vom harten Wettbewerb des Einzelhandels insbesondere ausgelöst durch die Discounter profitiert. Der Index des statistischen Bundesamtes für Lebensmittel stieg in einem Jahr lediglich von 110,9 auf 112,50 – dies bedeutet fast Preisstabilität in der Ernährungsindustrie. Eine Inflationsrate von nur 1,44 % ergab sich somit im Jahr 2010.
Nun werden aber insbesondere die Agrarrohstoffe als Ausgangsprodukte für die Ernährungsindustrie teurer. Dies gilt einerseits für die Agrarprodukte selbst (wie Eier, Fleisch, Milch, Butter) und viele mehr, als auch für die daraus produzierten Endprodukte. Somit schlagen die Preise für die Rohstoffe bzw. das Ausgangsmaterial auf den Preis an der Ladentheke durch. Beispielsweise kann man hier die Notierung für Weizen heranziehen: Weizen wird an den amerikanischen Börsen in der Einheit (1 Scheffel, ca. 29,5 kg) notiert. Während der Tiefstkurs der letzten 52 Wochen noch bei ca. 428 US Dollar lag ist das Jahreshoch bei ca. 807 US Dollar gewesen. Derzeit notiert Weizen bei ca. 786 US Dollar. Von vielen Investoren werden insbesondere produzierende Betriebe als solide Investition gesehen, auch aufgrund ihrer stabilen aber leider geringen Gewinnmargen.
Im Klartext geschrieben bedeutet dies, dass weder in der Handelskette noch bei den Produzenten genug Preisreserven da sind, um Steigerungen bei den Agrarrohstoffen abzufedern. Das obige Beispiel mit Preisen für Weizen können Sie -wenn Sie mögen- selbst für viele andere Ausgangsprodukte recherchieren und werden zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Der Markt für Lebensmittel ist seit jeher – mit Ausnahme einiger Butterberge und weniger Produkte – weltweit eher mit Unterversorgung gleichzusetzen. Auch deshalb werden es die Marktkräfte nicht ermöglichen, Preissteigerungen abzufedern oder gar Preissenkungen vorzunehmen. Die Bürger müssen sich also unwiderruflich auf Preissteigerungen einstellen.
Veröffentlicht in Wirtschaft-News am 21.01.2011