Japan prognostiziert erhebliche Schäden für die Wirtschaft

Die Katastrophe von Japan mit Erdbeben und Tsunami-Flut hat auch für die Wirtschaft des Landes gigantische Ausmaße: Mit Schäden in Höhe von rund 220 Millionen Euro rechnen Experten des japanischen Wirtschaftsministeriums. So teuer ist noch nie eine Umweltkatastrophe einem Land zu stehen gekommen. Und die Summe könnte im Endeffekt noch höher werden: Darin enthalten sind zwar Gebäude- und Straßenschäden, nicht jedoch die direkten Folgen der Atomkatastrophe etwa auf die Gesundheit der Bevölkerung sowie die Wirtschaftsschäden durch Strom- und Produktionsausfall, wie die japanische Zeitung Nikkei berichtete.

Große Schäden sagen die japanischen Wirtschaftsexperten vor allem durch drohende Exportverluste für japanische Waren voraus. Länder, die bislang etwa frisches Gemüse und Obst sowie Milchprodukte aus Japan importiert haben, fürchten nun eine Verstrahlung und verschärfen die Einfuhrkontrollen. Die USA gehen dabei voran und haben durch die Lebensmittelbehörden eine Warnung vor dem Import Waren ausgesprochen. Ein Einfuhrverbot soll es vor allem für belastete Lebensmittel aus der Region der Reaktorkatastrophe um Fukushima geben.

Japan will die Prognosen für die zu erwartenden ökonomischen Schäden nutzen, um den verabschiedeten Haushalt nachbessern und konkrete Wiederaufbaupläne vorlegen zu können. Insgesamt entspricht die vorläufig errechnete Summe des Defizites rund 6 Prozent des gesamten Bruttoinlandprodukts – was erheblich über den Berechnungen der Weltbank liegt. Internationale Wirtschaftsexperten sind sich allerdings nicht einig darüber, inwieweit die Katastrophe von Japan Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben wird. So warnte der Chef des Deutschen Institus für Wirtschaft (DIW), Gert Wagner, vor der Presse vor voreiligen Schlüssen, da konkrete Summen in diesem Fall nur schwer im voraus berechenbar seien. Seiner Meinung nach seien eher Kostensteigerungen durch den raschen Ausstieg aus der Atomenergie und die politisch brisante Lage in Libyen zu erwarten,

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Veröffentlicht in Wirtschaft-News am 24.03.2011