Kampf der Social Media Giganten – MySpace verkauft

Auch ein Rupert Murdoch, dem man lange Zeit eine unfehlbare Nase in Sachen Erfolg bescheinigte, kann sich irren. Im Jahr 2005 erwarb sein Medienkonzern, die News Corporation, für satte 580 Millionen Dollar das Netzwerk MySpace. Aufwändige Investitionen zum Ausbau des Netzwerks wurden in der Folge getätigt. Was folgte, kann man mit einem Kampf der Giganten vergleichen, bei dem der eine, Murdoch mit seinem My Space, gegenüber dem anderen, das weltweit bekannte und vielfach genutzte Netzwerk Facebook, den Kürzeren zog.

Der Verkauf des Netzwerks MySpace an einen Unbekannten, die sogenannte Specific Media, wird vielfach als Zeichen gewertet, dass auch ein Rupert M. nicht vor einem Abstieg gefeit ist. Wird der Mann alt oder hat ihn sein einst untrüglicher Instinkt einfach so verlassen, weil er die modernen Zeiten doch nicht so ganz versteht?

Der Verkauf an die kalifornische Firma Specific Media gibt aber zu einigen Spekulationen Anlass, da unter anderem der Preis geheim blieb. Dennoch muss man davon ausgehen, dass Murdoch ein gigantisches Verlustgeschäft gemacht hat: Seine Forderung an den neuen Besitzer lautete 100 Millionen, aus informierten Kreisen sind Zahlen um die 35 Millionen zu hören. Pikant daran ist, dass es nicht einmal um Bargeld geht, sondern zum Teil wurde nur in Specific Media Anteilen bezahlt, über deren Wert man spekulieren kann. Der ganze Markt der sozialen Netzwerke, die fast zur Alltagskultur von jungen Leuten gehören, ist hart und gnadenlos, Winner takes it all. Dennoch: Der heutige Sieger Facebook muss damit rechnen, dass seine Position von mehreren Seiten angefochten wird. Google steht bereit, sich auf diesem Gebiet ebenfalls zu profilieren. Hier geht es um Prestige, Macht und Riesensummen.

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Veröffentlicht in Wirtschaft-News am 29.06.2011