Kapital-Lebensversicherung: Alternativen zur Kündigung

Die Kapital-Lebensversicherung zählt zu den beliebtesten Formen der privaten Alters- und Hinterbliebenenvorsorge. Während der Laufzeit kann dem Versicherungsnehmer immer wieder etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommen. Oft werden solche Versicherungen vor Ablauf gekündigt, obwohl es bessere Alternativen gibt. Es besteht die Möglichkeit die Lebensversicherung auf dem Zweitmarkt zu verkaufen.

Kapital-Lebensversicherung und Risiko-Lebensversicherung

Die Kapital-Lebensversicherung ist ein Sparvertrag, der eine private Altersvorsorge und eine Hinterbliebenenabsicherung im Todesfall garantieren soll. Die Laufzeit, die Höhe der Beiträge und die Auszahlungssumme werden bei Vertragsabschluss festgelegt. Erwirtschaftet die Versicherungsgesellschaft Überschüsse, wird der Versicherungsnehmer in angemessener Form daran beteiligt. Eine Risiko-Lebensversicherung beschränkt sich auf die Hinterbliebenenabsicherung. Aus diesem Grunde sind die Beiträge oftmals deutlich niedriger, als dies bei der Kapital-Lebensversicherung der Fall ist.

Warum wird die Kapital-Lebensversicherung häufig gekündigt?

Eine vorzeitige Kündigung der Kapital-Lebensversicherung hat in der Regel finanzielle Gründe. Außerdem überlegen viele Personen, denen die Versicherungsbeiträge zu teuer geworden sind, in eine preisgünstigere Versicherung zu wechseln. Eine Kündigung ist fast immer mit Verlusten verbunden, die umso größer ausfallen, je kürzer der Zeitraum zwischen dem Vertragsabschluss und der Kündigung der Versicherung ist. In diesem Falle ist der Rückkaufwert so gering, dass die Versicherungsgesellschaft gezwungen ist, dem Kunden die Kosten für die vorzeitige Kündigung in Rechnung zu stellen. Der Rückkaufwert ergibt sich aus der Summe der Beiträge zuzüglich der Mindestverzinsung und abzüglich der Kosten. Er steigt mit der Länge der Laufzeit an.

Alternativen zur Kündigung der Kapital-Lebensversicherung

Es gibt verschiedene Alternativen zur Kündigung einer Kapital-Lebensversicherung die im Folgenden kurz erläutert werden sollen. Diese Alternativen sind:

- Versicherung beitragsfrei stellen
– Versicherungssumme reduzieren
– Laufzeit verlängern
– Umwandlung in eine Risiko-Lebensversicherung
– Beiträge reduzieren
– Policendarlehen aufnehmen

Wer die Versicherung eine zeitlang beitragsfrei stellt, hat die Gewähr, dass das angesparte Kapital weiter verzinst wird. Der Versicherungsschutz bleibt in vollem Umfange erhalten. Bei Bedarf kann die Laufzeit verlängert oder die Versicherungssume reduziert werden. In jedem Falle wäre es dringend angeraten, vor der Entscheidung für eine der oben genannten Varianten ein ausführliches Gespräch mit der Versicherungsgesellschaft zu führen und gemeinsam mit den verantwortlichen Personen nach einer Lösung zu suchen.

Die Umwandlung in eine Risiko-Lebensversicherung kann für alle Personen, die besonders großen Wert auf eine Hinterbliebenenabsicherung legen, eine ernsthafte Alternative sein. Sie ist deutlich preiswerter als eine Kapital-Lebensversicherung, da die Komponente der Altersvorsorge entfällt. Unter bestimmten Umständen könnte ein Policendarlehen sinnvoll sein. Dies ist ein Kredit, bei dem die Kapital-Lebensversicherung als Sicherheit dient.

Verkauf der Kapital-Lebensversicherung

Ein Verkauf der Kapital-Lebenversicherung kann ebenfalls eine gangbare Alternative sein. Das Unternehmen, welches die Versicherung kauft, führt den Vertrag in unveränderter Form weiter. Die versicherte Person bleibt der Inhaber, die Beiträge werden allerdings von dem Unternehmen gezahlt. Dies hat zur Folge, dass das Unternehmen bei Fälligkeit der Versicherung von ihrem gestiegenen Wert profitiert. Wer ernsthaft über den Verkauf der Kapital-Lebensversicherung nachdenkt, sollte in jedem Falle darauf achten, dass die Hinterbliebenenabsicherung im Todesfall erhalten bleibt.

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Veröffentlicht in Allgemein am 04.11.2013