Klingel-Gruppe zeigt Interesse an insolventer Neckermann-Tochter

Die Luft für Neckermann wird immer dünner. Was bei der Quelle-Pleite kaum jemand voraussehen konnte, ist seit Juni 2012 Gewissheit: Neckermann ist insolvent. Für das Frankfurter Unternehmen gilt es jetzt schnell einen liquiden Investor zu finden. Am 30. September 2012 enden die Lohnfortzahlungen aus dem Insolvenzfonds. Wenn bis dahin keine Lösung gefunden wurde, wie Löhne und Gehälter gezahlt werden können, bedeutet dies das Aus für Neckermann und seine mehr als 2000 Angestellten.

Die Insolvenzverwalter haben im Rahmen der Investorensuche über 200 Interessenten eingeladen,  die Bücher des Unternehmens genauer unter die Lupe zu nehmen. 50 potenzielle Käufer kamen und winkten ab. Jahrelange Misswirtschaft haben dem deutschen Traditions-Versandhandelshaus stark zugesetzt – und das ist, so die Meinung aller in Frage kommender Investoren, nicht mehr aufzuholen, geschweige denn zu retten. Lediglich die Klingel-Gruppe zeigt ein ernstes Interesse an Happy Size, einem Unternehmenszweig von Neckermann. Happy Size ist mit 77 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2010 recht erfolgreich, so das Blatt “Der Handel”. Der Spezialversender für Damen-, Herren- und Kinderkleidung in Übergrößen habe es der Klingel-Gruppe angetan. Gespräche mit dem Bundeskartellamt zur Klärung der Möglichkeit einer Übernahme laufen bereits. Auch der Wechsel des ehemaligen Geschäftsführers von Happy Size Karsten Heinz zur Klingel-Gruppe macht eine baldige Entscheidung offensichtlich.

Allein für die verbleibenden 2000 Beschäftigten bei Neckermann in Frankfurt ist die Lage unklar. Ohne Investoren bleiben die Versandbänder bald stehen und die schlecht ausgebildeten und zum Teil im fortgeschritten Alter befindlichen Angestellten werden sich mit dem Kampf gegen den sozialen Abstieg konfrontiert sehen. Lediglich ein kleiner Teil der Beschäftigten kann sich bereits jetzt in Sicherheit wiegen: Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, haben mehrere Unternehmen ihr Interesse an der Übernahme eines Teils der Neckermann-Belegschaft bekundet.

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Veröffentlicht in Allgemein, Unternehmen am 21.09.2012