Kündigung wegen überzogener Gehaltsforderung – Chef der DekaBank muss gehen

Weil der DekaBank Vorstandschef Franz Waas rückwirkend fast 2,5 Millionen Euro zusätzliche Boni einforderte wurde der 51-jährige jetzt fristlos entlassen. Der Verwaltungsrat des Sparkassen-Fondsdienstleisters gab diese überraschende Entscheidung in einer Pressemitteilung bekannt. Schon in den vergangenen Jahren war es wiederholt zu Unstimmigkeiten gekommen; es ging stets um erhöhte Gehaltsforderungen vom Chef Franz Waas. Neuerliche Boniforderungen haben dann, laut einer Insideräußerung, das Fass zum Überlaufen gebracht. Franz Waas war seit 2006 Chef des Fondsanbieters, welcher mittlerweile in Gänze den Sparkassen angehört. Trotz guter Erfolge in den ersten Jahren, sei das Vertrauensverhältnis durch die letzten Forderungen vom Chef Franz Waas nachhaltig gestört und das Aufsichtsgremium vollzog als allerletzte Konsequenz die Kündigung.

Der Sparkassenverbandspräsident ist ein Verfechter von verminderten Bonizahlungen an die Vorstandschefs und Manager von Privatbanken oder Industrieunternehmen, da sei es eine Unzumutbarkeit, solche Forderungen aus den eigenen Reihen nachzugeben, hieß es aus vertraulicher Quelle. Der Streit um die Bonizahlungen, die sich aus zusätzlichen Tantiemen für die Jahre 2008 und 2009 zusammensetzen, zusätzlich zu seinem Jahresgehalt von 600.000 Euro, gehe schon über mehrere Monate und man sei trotzdem zu keiner annehmbaren Einigung gekommen.

Franz Waas begann seine Banklaufbahn bei der Bayerischen Vereinsbank und leitete als Chef die Filiale der Münchner Bank in New York. Auch für die Landesbank Baden Württemberg war er in den USA tätig. Außerdem war er als Chef der HSH Nordbank tätig. Franz Waas ist deutscher und us-amerikanischer Staatsbürger. Wer nun seine Nachfolge als Vorstandchef der DekaBank übernimmt ist noch unklar. Kommissarisch hat Oliver Behrends, Chef des Wertpapierfonds der DekaBank, diesen Posten übernommen.

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Veröffentlicht in Wirtschaft-News am 03.04.2012