Neuer Chef beim schwächelnden Moderiesen Esprit

Esprit hat einen neuen Chef. Der Spanier José Manuel Martínez Gutiérrez wird Nachfolger des zurückgetretenen Niederländers Ronald van der Vis. Martínez war davor bei Zara, einem unmittelbaren Wettbewerber Esprits, tätig und für den Vertrieb zuständig. Martinez, der als ausgewiesener Experte gilt, tritt sein neues Amt als Chef spätestens mit Ablauf des Septembers an. An seine Personalie werden große Erwartungen geknüpft.

Modekonzern Esprit ringt um Umsätze

Martinez stehen schwere Aufgaben bevor. #id=11840;name=Esprit;# gilt als angeschlagen. Seit dem Jahr 2008 büßt Esprit stetig an Umsatz ein. Auch das abgelaufene Geschäftsjahr bereitet den Verantwortlichen bei Esprit Kopfzerbrechen. Wirtschaftsexperten erwarten rote Zahlen. Nach aktuellen Schätzungen ist ein Minus in Höhe von etwa neun Prozent zu erwarten. Zwar leiden auch andere Modekonzerne wie H&M und Zara an der schwächelnden Konjunktur, Esprit sieht sich aber besonders in Schwierigkeiten. Es bleibt daher abzuwarten, ob der neue Chef diese Hürde bewältigen kann und das Esprit Schiff mit Schlagseite wieder auf Kurs bringt.

Kundenbedürfnisse sollen wieder im Mittelpunkt stehen

Esprits Umsatzeinbußen sind vor allem auf einige Fehlentscheidungen zurückzuführen, die sich für Martinez als Stellschrauben erweisen dürften. So ist der Blick Esprits für Kundenvorlieben in den letzten Jahren zu unscharf eingestellt worden. Zu sehr wurde an Konzepten festgehalten, die vor allem den Umsatz, tote Zahlen, im Blickfeld hatten. Dass Mode aber nur im Zusammenspiel mit dem ständig wankelmütigen Zeitgeist funktioniert, ist altbekannt. Wenn es Martinez mit Esprit schafft, die Seelen der Kunden wieder wie früher anzusprechen, ist ein Licht am Horizont in Sicht. So dürften auch die zu H&M und anderen Modegrößen abgewanderten Kunden, gerne wieder zu Esprit zurück kehren. Den anziehenden Status als eher gehobene Adresse hat Esprit schließlich nie verloren.

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Veröffentlicht in Wirtschaft-News am 08.08.2012