Neuer Chef soll Yahoo aus der Krise führen

Nachdem Ende 2011 der bisherige Chef, Bartz, die Koffer packen musste, stand das Internetunternehmen lange Zeit ohne Führung da. Dabei braucht der Konzern eine durchsetzungskräftige Führungskraft mehr als je zuvor. Denn seit Jahren ist der Internet-Pionier durch die starke Konkurrenz von Facebook und vor allem von Google ins Hintertreffen geraten. Alle drei Unternehmen finanzieren sich hauptsächlich durch die Einblendung von Werbung im Internet.

Als neuer Chef wurde nun Scott Thompsen ernannt, der als Manager von der eBay-Tochter Paypal zu Yahoo wechselt. Als profilierter Sanierer scheint er genau das zu sein, was Yahoo derzeit braucht: Jemand mit neuen Ideen, um das Onlinegeschäft wieder anzukurbeln. An Erfolgen fehlt es ihm dabei nicht; binnen weniger Jahren hat er die Bezahl-Sparte von eBay, Paypal, zu einem der profitabelsten Posten des Konzerns aufgearbeitet.

Trotzdem nahmen die Aktionäre an der Börse den Chef Wechsel eher ruhig auf; die Aktie stieg nur geringfügig um zwei Prozent. Grund hierfür ist die lange Reihe von Enttäuschungen, welche die bisherigen Chefs brachten. Während der inzwischen entlassene Chef, Carol Bartz, mit großen Elan begrüsst wurde, zeigte sich nach kurzer Zeit, dass allen Beteiligten das Tempo von Bartz vor dem Hintergrund, dass Yahoo im Vergleich zur Konkurrenz immer mehr nach hinten fiel, viel zu langsam war. Was nun Thompsen alles besser als seine Vorgängerin machen will, ist derzeit noch unklar. Einziges Schlagwort, das derzeit im Bezug auf die Sanierungspläne fällt, ist das Potenzial der hohen Anzahl der Mitglieder von Yahoo. Es sind mehrere Hundert Millionen registrierte Mitglieder, die die kostenlosen Onlinedienste von Yahoo nutzen, wie beispielsweise den Fotodienst flickr.

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Veröffentlicht in Wirtschaft-News am 04.01.2012