Schäden durch Insolvenzen gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken

Nach einer Erhebung der Creditreform verursachten Firmenpleiten im Jahr 2010 trotz Wirtschaftsaufschwung Schäden in Höhe von ca. 43 Milliarden Euro. Diese entstehen vor allem durch Kredit- und Steuerausfälle, die der Pleite folgen, aber auch durch offen gebliebene Rechnungen von Lieferanten und Handwerkern. Dabei haben die 2010 insolvent gegangenen Firmen weit weniger Beschäftigte in die Krise gerissen, als noch 2009. Es gingen aber fast genau so viele Firmen den Weg in die Insolvenz wie im Vorjahr.

Im Krisenjahr 2009 waren von einer Firmenpleite 520 000 Beschäftigte betroffen. Mit dabei eine der größten Insolvenzen der deutschen Wirtschaftsgeschichte, die Firma Arcandor mit ihren 50 000 Mitarbeitern. Darum und auch weil im Jahr 2010 viele Klein- und Kleinstbetriebe Insolvenz anmeldeten, ist die Zahl der betroffenen Beschäftigten im Jahr 2010 auf 240 000 gesunken.

Die Creditreform veröffentlichte eine Rangliste der größten Insolvenzen 2010, die der Autozulieferer Honsel mit 3000 Beschäftigten anführt. Es folgen der Pflegekonzern Hansa und die Discounter-Kette MacGeiz. Unter den 10 größten Pleiten letzten Jahres befinden sich allein 5 Autozulieferer. Der Leiter der Wirtschaftsforschung von Creditreform, führt diese Tatsache darauf zurück, dass die Autozulieferer oft nur einen einzigen Auftraggeber haben. Damit seien sie diesem ohne Alternative ausgeliefert. Stürzt der Automobilbauer in eine Krise, stürzt der Zulieferer mit. Die kleineren Zulieferfirmen haben aber bei weitem nicht die Flexibilität, die ein großer Automobilkonzern hat.

Erfreulich aus Sicht der Creditreform ist, dass die Kosten für die Insolvenzen im Jahr 2010 zwar mit 43 Milliarden Euro immer noch ein erhebliches Volumen darstellen, jedoch gegenüber dem Vorjahr um einiges niedriger lagen. 2009 betrugen die geschätzten Kosten der Firmenpleiten noch über 78 Milliarden Euro.