Neue Schlagzeilen um Schlecker: Insolvenz

Die Drogeriemarktkette #id=10869;name=Schlecker;# hat in den letzten Jahren schon viele Schlagzeilen gemacht. Besonders Schlecker als Arbeitgeber, also die Personalpolitik wurde viel diskutiert und war heftig umstritten. Nun erreichen neue Schlagzeilen die Nachrichten: Schlecker hat Insolvenz angemeldet. Nach Karstadt und Quelle ist dies der größte Insolvenzfall im Einzelhandel. Viele Mitarbeiter bangen derzeit um ihre Jobs, da noch nicht abzusehen ist, welche Filialen möglicherweise geschlossen werden müssen. Die Drogeriekette “Ihr Platz”, die auch zum Schlecker Unternehmen gehört, soll aber gegenwärtig nicht betroffen sein.

Momentan hört man von den Verantwortlichen auch noch viel Optimismus. Eine Sanierung sei möglich, es sollen keine Standorte geschlossen und keine Mitarbeiter entlassen werden. Schlecker soll weiterhin ein großer Arbeitgeber bleiben. Doch Experten schätzen dieses Vorhaben als sehr schwierig ein und stehen den Aussagen eher kritisch gegenüber. Sicher ist, dass die Gläubiger auf einen beachtlichen Teil ihrer Forderungen verzichten müssen. Ob in diesem Punkt alle mitspielen, ist mehr als fraglich. Außerdem muss zur korrekten Abwicklung des Verfahrens noch ein geeigneter Insolvenzverwalter gefunden werden, damit Schlecker nicht ganz schließen muss und als Arbeitgeber weiter fungieren kann. Die Eignerfamilie möchte ihren Einfluss selbstverständlich nicht einbüßen, allerdings könnte dies schwierig werden. Immerhin könnten einige Gläubiger verlangen, dass auch die Eigner kompromissbereit sind, wenn auf Forderungen verzichtet werden soll. Damit könnte die Familie an Einfluss auf ihr Geschäft verlieren.

Um das Unternehmen weiter am Leben zu halten, müssen viele Räder ineinandergreifen. Lieferanten, Vermieter der Läden und Beschäftigte müssen zusammenarbeiten und auf Geld verzichten. Mit dem Insolvenzantrag hat Schlecker zunächst einmal nur ein wenig Zeit gewonnen. Denn die ersten drei Monate kommt der Staat nun für die Kosten auf. Wie es danach weitergeht, muss das Insolvenzverfahren zeigen. Momentan ist auch noch nicht ausgeschlossen, dass nicht Anton Schlecker selbst noch einmal Geld in das Unternehmen pumpt.

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Veröffentlicht in Wirtschaft-News am 23.01.2012