Toyota zahlt Rekordsumme nach Streit um Rückruf-Aktionen

Toyota bereinigt den entstandenen Imageschaden, der mit einer großen Rückrufaktion von dem Automodell Prius zwischen 2009 und 2011 in den USA entstanden ist und stimmte im Dezember 2012 einem Vergleich zu, um zukünftig einer anhängigen Sammelklage aus Kalifornien und somit einem kostenintensiven Gerichtsverfahren zu entgehen. Die Entschädigung für die amerikanischen Toyota-Autobesitzer soll insgesamt 1,1 Milliarden Dollar betragen.

Toyota hatte zwischen 2009 und 2011 mehr als zehn Millionen Fahrzeuge des Modells Prius wegen klemmender Gaspedale und rutschenden Fußmatten in ihre Werkstätten zurückbeordert. Die Fußmatten sollten sich mit dem Gaspedal verhakt und dadurch eine ungewollte Beschleunigung ausgelöst haben, was zu mehreren tödlichen Verkehrsunfällen geführt haben soll. Diese Probleme, die erheblich die Verkehrssicherheit dieser Fahrzeuge betroffen haben, waren der Auslöser für mehrere anhängige Gerichtsverfahren in verschiedenen Bundesstaaten der USA. Die Kläger sahen es als erwiesen an, dass technische Probleme und nicht Gummimatten die Verursacher von mehreren Verkehrsunfällen waren. Auch wurde der starke Wertverfall bemängelt, sollten diese Automodelle später wieder verkauft werden.

Eine Milliarde gegen den Imageverlust

Toyota hat sich nun entschlossen, einen Vergleich in Höhe von 1,1 Milliarden zu schließen, damit einer groß angelegten Sammelklage ausgewichen werden kann. Es wäre der größte Vergleich in der Geschichte der Automobilindustrie in den USA, der sich auf defekte und fehlerhaft ausgerüstete Fahrzeuge beziehen würde. Toyota will mit dieser Vergleichszahlung die Fahrzeuge technisch sicherer ausstatten, Gratisreparaturen anbieten und in die Sicherheitsforschung investieren. 250 Millionen Dollar Entschädigung sollen die Kunden erhalten, die nach den Rückrufen der Fahrzeuge, ihren Toyota nur noch unter Wert verkaufen konnten. Weitere 250 Millionen Dollar Entschädigung erhalten die Automobilbesitzer, deren Bremssystem nicht ausgewechselt werden konnte. Dieser Vergleich erspart dem Automobilkonzern ein langwieriges und kostenintensives Gerichtsverfahren.

Wieder die Nr.1

Die Meldung über den Milliardenvergleich des Autokonzerns Toyota wirkte sich sofort auf den Börsenwert der Aktie aus, der sich um fast 3 Prozent verbesserte. Die Unsicherheit über ein jahrelanges Gerichtsverfahren und einer Strafe in Milliardenhöhe sind nun endgültig abgelegt, auch kann die Vergleichssumme wegen steigender Absatzzahlen und Gewinne problemlos bezahlt werden. Der erhebliche Imageschaden, der diese Rückrufaktionen hervorgerufen hat und der zwischenzeitliche Verlust der Weltmarktführerschaft an die Opel-Mutter General Motors hat der Konzern aber gut verkraftet, da sich Toyota inzwischen wieder die Weltspitze in der Automobilindustrie zurückerobert hat. Hoffentlich wird der Konzern nun sein Bestreben nach Sicherheit und Kundenkomfort auch tatsächlich in die Realität umsetzen.

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Veröffentlicht in Unternehmen am 08.01.2013