Geheime Tricks für mehr Gehalt

In seinem Ratgeber “Geheime Tricks für mehr Gehalt” gibt Martin Wehrle Nützliches aus seiner eigenen Berufspraxis als Manager und Chef preis, wohl wissend, dass nur wenige Arbeitnehmer vor einer Gehaltsforderung kein flaues Gefühl in der Magengrube haben. Um das Reizthema Gehalt aufzubrechen, geht er es witzig und entspannt an. Das macht das Buch gut lesbar und leicht zu konsumieren, ohne dass Lerneffekt und psychologische Erkenntnis zu kurz kämen.

Eigentlich geht es weniger um Tricks als um Strategie. Martin Wehrle empfiehlt, erst einmal bei sich selbst anzufangen. Man sollte sich fragen: Was ist mein Wert für das Unternehmen? Die besondere Leistung, die mich unentbehrlich macht? Was ist mir gerade in letzter Zeit gut gelungen, von dem mein Arbeitgeber profitierte und das ich als konkrete Erfolgsbilanz vorlegen kann?

Das bedeutet konsequente Innenschau zu halten, seine Leistungen zu analysieren und präzise Vorschläge zu erarbeiten, wie sich ein höheres Gehalt in Zukunft durch noch mehr Einsatz oder Ideenreichtum rechtfertigen würde. Understatement ist jetzt fehl am Platz. Sich gut zu verkaufen heißt hier seine zukünftige Positionierung im Unternehmen anzusprechen, ohne in selbstgefällige Eitelkeit zu verfallen.

Was den Ratgeber von anderen unterscheidet, ist die psychologisch stringente Ausrichtung auf eine Win-Win-Situation, von der beide Seiten profitieren. Das bedingt, sich in die Position des Gegenübers hineinzudenken und dessen Gegenargumente (und Tricks) von langer Hand vorzubereiten, um ihnen im Augenblick der Gegenüberstellung schlagkräftig und stichhaltig begegnen zu können. So kann es zu einem Arrangement kommen, bei dem keiner sein Gesicht verliert.

Mit einem Freund das Gespräch vorab durchzuspielen, lässt Fallstricke erkennen, bevor es ernst wird. Wenn man dann noch das Timing beachtet, also den Arbeitgeber nicht gerade in einer besonders stressbetonten Phase aus dem Hinterhalt überfällt, stünden – laut Martin Wehrle – die Chancen gut.

Auch wenn der Ratgeber sich mehr an Young Professionals wendet, können auch “alte Hasen” durchaus davon profitieren.

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Veröffentlicht in Bücher am 19.11.2010