Wie sich der Tsunami in Japan auf die Weltwirtschaft auswirkt

Die Erdbebenkatastrophe in Japan wirkt sich derzeit geradezu dramatisch und verheerend auf die Wirtschaft im Land aus. Zahlreiche Firmen müssen mit den Folgen der Erdbeben und des Tsunamies kämpfen, in den besonders schwer geschädigten Küstenbereichen wurde die Infrastruktur weitestgehend zerstört und es gibt zahlreiche Behinderungen im Bereich der Zu- und Auslieferung. Die knappe Energieversorgung und die drohende Gefahr durch einen Super-Gau sind derzeit in ihrer Folgewirkung noch nicht kalkulierbar. Daher werden besonders die nächsten Tage zeigen, inwieweit die weltweite Wirtschaft von der Katastrophe in Japan beeinflusst wird und wie die Auswirkungen auf die Finanzmärkte ausfallen werden.

Japan gehört als G8-Mitgliedsstaat zu den acht größten Industrienationen weltweit. In den vergangenen Jahren gab es in Japan bereits zahlreiche Deflationen und Konjunkturschwächen. Im Jahr 2010 wurde das Land außerdem vom Nachbarn China als die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt abgelöst. In der jüngeren Zeit konnte sich Japan allerdings etwas herholen, was nun durch die verheerende Naturkatastrophe wieder verworfen werden kann. Dennoch sind sich Experten einig, dass der Wiederaufbau auch teilweise belebend auf die japanische Wirtschaft wirken kann. Wirtschaftsbranchen wie der Maschinenbau, die Autoproduktion und Elektronik sind vom Erdbeben unmittelbar betroffen. Es kam zur Zerstörung wichtiger Produktionsanlagen, teilweise ist die Energieversorgung im Land zusammengebrochen und zahlreiche Firmen haben ihre Produktion erst einmal gestoppt. Die größte Sorge hatte man allerdings hinsichtlich der Kapitalmärkte. Daher stimmte die japanische Zentralbank einer Finanzspritze in Höhe von mehr als 200 Milliarden Euro bis Mittwoch zu, damit der Yen und die Kapitalmärkte insgesamt gestützt werden könnten. Zwar konnten am Montag an der Börse in Tokio die Verluste noch im Rahmen gehalten werden, allerdings brach der Index am Dienstag regelrecht zusammen. Zum Mittwoch hingegen zeichnete sich wieder Entspannung ab.

Wie hoch die Schäden in Japan sind, kann derzeit nur geschätzt werden. Die Schweizer Bank Credit Suisse geht von einem Schaden von rund 130 Milliarden Euro aus. Bei der japanischen Großbank Nomura wird geschätzt, dass man sechs Monate brauchen wird, um den entstandenen wirtschaftlichen Rückstand wieder aufholen zu können. Weltweit sind sich dennoch Volkswirte einig, dass die Weltwirtschaft keine gravierenden Einbußen durch die japanische Erdbebenkatastrophe hinnehmen muss. Eine weltweite Krise wie nach dem Bankencrash 2008 ist derzeit nicht zu befürchten.

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Veröffentlicht in Wirtschaft-News am 17.03.2011