Villeroy & Boch setzt auf Wachstumsmärkte in Russland und Asien

Die europäische Wirtschaft steckt mitten in einer Rezession, nicht wenige der jüngst veröffentlichten Unternehmensbilanzen weisen Gewinnverluste auf. Just in dieser Situation setzt Villeroy & Boch, der börsennotierte Keramikhersteller mit Zentrale im saarländischen Mettlach, auf Expansion. Das Traditionsunternehmen erwartet 2013 eine “konjunkturelle Seitwärtsbewegung” auf wichtigen Märkten und will deshalb jetzt die Wachstumsmärkte in Russland und Asien erobern.

#id=6640;name=Villeroy & Boch;# ist eine der großen deutschen Traditionsmarken, die seit vielen Jahren auch auf dem Weltmarkt erfolgreich ist. Das Unternehmen ist in 125 Ländern aktiv und verfügt über 15 Produktionsstätten überwiegend in Europa, aber auch in Thailand und Mexico. Eine Sanitärfabrik in Mexico wurde im Jahr 2011 geschlossen, jetzt sollen – gemäß der betriebswirtschaftlichen Grundregel, nach der starke Unternehmen gerade in wirtschaftlich flauen Zeiten mit gezielten Investitionen entscheidende Vorsprünge erzielen können – neue Absatzmärkte erschlossen werden. Im Rahmen seiner diesjährigen Bilanzkonferenz kündigte das Unternehmen an, künftig verstärkt auf die Wachstumsmärkte Asien und Russland zu setzen. Der asiatische Raum zählt zu den wirtschaftlichen Boom-Regionen der vergangenen Jahre. Während die westlichen Märkte einigermaßen gesättigt sind, entwickelt speziell in Russland eine prosperierende und kaufkräftige Mittelschicht zunehmend Lust auf westlichen Lifestyle und qualitativ hochwertige Produkte. Zudem hat das Land großes Interesse daran, ausländische Unternehmen und Investoren ins Land zu holen und bietet unternehmerfreundliche Rahmenbedingungen. Der Zeitpunkt scheint also günstig.

Guter Start in das Geschäftsjahr 2013

Die Grundlage, auf der Villeroy & Boch in die neuen Märkte startet, ist mehr als solide. Auch im derzeit schwierigen konjunkturellen Umfeld blieb die Bilanz im Jahr 2012 stabil und weist sogar – bei leicht verringertem Gewinn – ein schwaches Umsatzplus aus. Insbesondere ein starkes viertes Quartal mit einem überdurchschnittlich guten Weihnachtsgeschäft trug zur positiven Jahresbilanz bei. Vor diesem Hintergrund strebt das Unternehmen für 2013 eine Wachstumsmarge von 3 bis 5 Prozent an, für das operative Geschäft werden die Erwartungen sogar noch höher geschraubt.

Gezielte Markenpolitik als Wachstumsmotor

Villeroy & Boch gehört zu den Unternehmen, die in der Krise rechtzeitig die Weichen gestellt haben. Bereits im Jahr 2009 wurde ein Masterplan entwickelt, der Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen, aber auch eine Optimierung im Produkt-Range und neue Akzente in der weltweiten Vermarktungsstrategie vorsieht. Die bekannt hohe Qualität und der gute Ruf der Marke wurden in den vergangenen Jahren zu einer sanften Neupositionierung am Markt genutzt. Nach eigenem Selbstverständnis möchte Villeroy & Boch Tradition und Innovation miteinander verknüpfen und sieht sich dabei auch in einer Vorreiterrolle bei der Weiterentwicklung von ökologieverträglichen und rohstoffeffizienten Produktionsverfahren. Ein Teil des Fliesen-Segments war bereits im Jahr 2007 an einen türkischen Investor abgetreten worden, die bestehenden Produktlinien wurden unter den Oberbegriffen “Tischkultur” und “Bad & Wellness” gebündelt. Mit 466 Millionen Euro sind Badkeramik- und Badezimmerausstattung der deutlich umsatzstärkste Produktbereich. Villeroy & Boch-Produkte galten und gelten als stilbildend in Sachen Ästhetik und Design – der Mix aus Tradition, Innovation und Lifestyle scheint geglückt. Man darf gespannt sein, ob diese Strategie auch in den Wachsumsmärkten in Asien und Russland erfolgreich sein wird.

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Veröffentlicht in Unternehmen am 18.02.2013