Nachdem er das Amt des Vorstandsvorsitzenden des Automobilherstellers Porsche aufgab, hat man fast zwei Jahre von Wendelin Wiedeking (58) nicht viel gesehen und gehört. Jetzt ist er wieder da: Als neues Mitglied des Beirats der Fischerwerke, eines renommierten Herstellers von Dübeln und Zubehör für die Automobilindustrie, soll er diesem Konzern beratend zur Seite stehen. Wiedeking hat diese neue Aufgabe wohl vor allem seinen langjährigen Kontakten zum Eigentümer der Fischerwerke, Klaus Fischer, zu verdanken. Wiedeking und Fischer haben während Wiedekings Zeit beim Porschekonzern intensiv zusammengearbeitet. Fischer senior bekleidet nach der Übergabe des operativen Geschäfts an seinen Sohn ebenfalls einen Beiratsposten.
Außerdem macht Wiedeking als Gesellschafter mehrerer Unternehmen von sich reden: Schon seit dem Jahr 2005 hält er Anteile an der Schuhmanufaktur Heinrich Dinkelacker. Im Januar diesen Jahres kam die Beteiligung an WMP Eurocom hinzu. Diese Gesellschaft, die von Hans-Hermann Tiedje (ehemaliger Chefredakteur der Bild-Zeitung) gegründet wurde, bietet kompetente Unternehmensberatung im Bereich der Kommunikation an. Darüber hinaus engagiert sich Wiedeking mit seinen beiden, im Jahre 2008 gegründeten Stiftungen auch sozial. Mit einem Kapital von 25 Millionen (die Hälfte seiner Abfindung für das Ausscheiden bei Porsche) hilft er mit ihnen Familien und Jugendlichen in Not.
Noch nicht ganz abgeschlossen ist allerdings seine Vergangenheit als bestbezahlter Manager Deutschlands – er verdiente in seinen besten Zeiten beim Porschekonzern immerhin 80 Millionen Euro jährlich. Die Staatsanwaltschaft beschäftigt sich mit dem von ihm initiierten Übernahmeversuchs von VW durch Porsche. Dessen Scheitern führte bekanntermaßen zu Wiedekings unfreiwilligem Abgang. Dessen ungeachtet zeigt sich der ehemalige Top-Manager als rundherum zufrieden mit seinem Leben.In einem Interview, das er dem Stern im Mai 2011 gab, äußerte er sich dahin gehend, dass er sowieso nicht beabsichtigt hätte, als angestellter Vorstand bis in Rentenalter zu arbeiten.