Zeitarbeit – BMW gerät bei IG Metall in Kritik

Schon seit langem kämpft die IG Metall gegen den gehäuften Einsatz von Leiharbeitern. Momentan ist ihr der Autobauer BMW ein Dorn im Auge. Denn BMW beschäftigt von ca. 100.000 Menschen weltweit ca. 11.000 Leiharbeiter. Dieser Anteil ist der IG Metall entschieden zu hoch. Die Zahl der Leiharbeitnehmer ist in Deutschland insgesamt angestiegen. So waren Ende Juni 2011 ca. 910.000 Menschen auf Basis von Zeitarbeit angestellt. Im Vergleich zum Vorjahr war dies eine Steigerung von fast 13 Prozent.

Leiharbeiter werden in Deutschland meist zu einem geringeren Stundenlohn angestellt als die eigenen Arbeitnehmer. Zwar gilt seit Januar 2012 für die Leiharbeitnehmer ein Mindestlohn (7,01 Euro für Ostdeutschland, 7,89 Euro für Westdeutschland), dennoch reichen sie mit diesem Lohn meist nicht an das vorherrschende Lohnniveau des Betriebes. Weiterhin stößt der IG Metall auf, dass Leiharbeiter oft nicht gut an ihrem Arbeitsplatz integriert würden und im Rahmen der Zeitarbeit meist nur befristete Arbeitsverträge besäßen. Auch die Tatsache, dass Leiharbeiter bei Auftragsflauten kurzfristig an die Verleihfirma zurückgegeben werden können, kritisiert die IG Metall.

BMW und andere Betrieben halten entgegen, dass das Prinzip der Zeitarbeit gerade deswegen so gut sei, weil es flexibel ist. Personalengpässe und Auftragsspitzen könnten so abgefangen werden. Außerdem würden die Leiharbeiter durch ihre Verleihfirma aufgefangen und oftmals zügig in andere Betriebe weitervermittelt. Die Integration der Leiharbeitnehmer sei in vielen Betrieben problemlos. Der Vorwurf der Beschäftigten zweiter Klasse sei nur ein Vorurteil. Des Weiteren gibt es in Deutschland immer mehr Betriebe, die freiwillig das Prinzip des equal pay nutzen, d. h. sie zahlen den Leiharbeitern das gleiche Gehalt wie den Festangestellten. Eine rechtliche Verpflichtung zum equal pay wird in der Politik immer wieder diskutiert.

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Veröffentlicht in Wirtschaft-News am 22.02.2012